Industrie 4.0 verspaners
Kunde, Markt und Prozess

Was bedeutet Industrie 4.0 für Maschinenbetreiber?

Industrie 4.0 ist ein hochaktuelles Thema in der Fertigungsindustrie, aber was ist damit gemeint? Und warum ist das relevant für Ihre Zukunft als Maschinenbetreiber? Finden Sie es in diesem Blog heraus.

Was ist Industrie 4.0?

Wir wollen kurz rekapitulieren: Was genau ist also die Industrie 4.0? Sie ist auch als die vierte industrielle Revolution bekannt und verheißt uns ein neues Kapitel in den Geschichtsbüchern.

Beginnen wir mit einer kurzen Reise durch die Geschichte. Der britische Geistliche Edmund Cartwright gilt als einer der Vorreiter der Industrie 1.0. Sein Power Loom, zu Deutsch Kraftstuhl, hat 1784 die Welt komplett verändert. Wasserkraft und Maschinen machten manuelle und arbeitsintensive Fertigungsprozesse schneller und effizienter. Mit der zweiten und dritten industriellen Revolution kamen dann die Massenproduktion bzw. die Einführung der Roboter.

Infolge der ebenso radikalen Entwicklung des Internets der Dinge werden immer mehr Geräte in nur einem einzigen Netzwerk zusammenarbeiten. Dazu gehören Ihr Kühlschrank und Ihr Fernseher, aber auch Ihre Maschinen. Immer mehr Daten werden gesammelt und die Software wird immer intelligenter, was uns zu cyber-physischen Systemen führt: intelligente Zusammenarbeit von Automatisierung, Informationssystemen und Produktionssystemen[1].

Industrie 4.0 ist ganz klar mehr als nur ein schlauer Marketingbegriff: die vierte industrielle Revolution hat begonnen und wird uns alle betreffen, sowohl zuhause als auch an den Maschinen, die wir bei der Arbeit verwenden.

Wie wird die Industrie 4.0 Ihre Fertigung verändern?

Als Edmund im Jahr 1809 die erste industrielle Revolution entfesselte, wurde vom britischen Unterhaus anerkannt, wie sehr seine Erfindung die Wirtschaft in Schwung gebracht hat[2].

Auch heute wird die Industrie 4.0 von Politikmachern genau mitverfolgt, wie eine Veröffentlichung des wissenschaftlichen Rats für Regierungspolitik gezeigt hat, die Ende 2015 herausgegeben wurde. Der Bericht trägt den Titel „Mastering the Robot“[3] und erörtert die sozioökonomischen Folgen des anbrechenden zweiten Maschinenzeitalters.

  • Roboter in der Fertigung vor Industrie 4.0. Roboter sind in der Fertigungsindustrie nichts neues. Allerdings wurden Industrieroboter von den 1970ern bis in die 1990er allein dazu verwendet, über Jahre hinweg immer nur ein und dieselbe Arbeit zu verrichten. Das bedeutet, dass sie nur für große Mengen identischer Produkte verwendet werden konnten.
  • Fertigungsroboter im Industriezeitalter 4.0. Heute sind Automatisierungssysteme viel flexibler. Sie bearbeiten nicht nur eine breitere Produktpalette, sondern tragen auch zur Wertschöpfung bei, indem sie Produkte mit ein und demselben System reinigen, entgraten, drehen oder klammern.

Ihre Industrie-4.0-Maschinerie kombiniert Maschinen und Automatisierung in direkter Kommunikation. Sie melden kontinuierlich ihren Status, egal ob dieser kurzfristig („Was produziere ich gerade?“) oder langfristig („Welche Teile zeigen Verschleiß und Abnutzung?“) relevant ist. Das Ergebnis ist ein hochgradig gestraffter, vorhersehbarer und somit profitablerer Fertigungsprozess.

Ist Industrie 4.0 eine Notwendigkeit?

Der Marktbedarf für flexible und vernetzte Technologie ist kein irrelevantes Verlangen nach Gadgets. Das wurde vor etwa fünf Jahren in einer strategischen Untersuchung der Fertigungsindustrie von Rabobank klar[4]. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass effiziente Fertigung mit einem Schwerpunkt auf Kostensenkung allein in einer sich globalisierenden Welt, in der Handelsbarrieren aufgehoben und der Transport von Teilen immer effizienter wird, wenige Zukunftsaussichten bietet.

„Fortschrittliche Maschinen wie die im Besitz von kleinen europäischen Maschinenbetreibern arbeiten heute auch in wirtschaftlichen Schwellenländern, wo Löhne und Abgaben wesentlich niedriger sind. Unter gewissen Umständen, zum Beispiel im Fall von Kleinserien, bei denen eine schnelle Lieferung wichtig ist, gibt es immer noch Chancen für Zulieferer in Ländern mit hohen Löhnen und Abgaben, aber ansonsten sind die Zulieferer hier im weltweiten Kampf um die niedrigsten Kosten im Nachteil. Ein Strategiewechsel ist erforderlich. Neben der Kostensenkung ist die Wertsteigerung genauso bedeutend.“

Anders gesagt war die Automatisierung in der dritten industriellen Revolution hauptsächlich ein Mittel für Fertigungsbetriebe, um Kosten zu senken. Mit dem Anbrechen der Industrie 4.0 verschiebt sich der Fokus auf Innovationen, die Kleinserien, Flexibilität und Wertschöpfung möglich machen.

Innovation ist daher für die niederländische Fertigungsindustrie der Schlüssel, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten[3].

Quellen (NL):
1:http://www.mckinsey.com/insights/business_technology/the_internet_of_things_and_the_future_of_manufacturing
2:https://nl.wikipedia.org/wiki/Edmund_Cartwright
3:http://www.wrr.nl/publicaties/publicatie/article/de-robot-de-baas-de-toekomst-van-werk-in-het-tweede-machinetijdperk-31/
4:http://www.metaalmagazine.nl/nieuws/technishow-toont-volgende-stap-productie-automatisering/59033/